
In beiden Ländern gibt es eine grosse Anzahl privater Sprachschulen. Allerdings erreicht das Niveau der wenigsten Schulen
einen Standard wie z.B. in England. Aufgrund der fehlenden Kontrollinstanzen gibt es sehr grosse Qualitätsunterschiede. Viele, vor allem sehr kleine Schulen sind qualitativ problematisch.
Neben den Privatschulen offerieren auch Universitäten Sprachkurse. Allerdings besuchen nur wenige Schweizer diese Kurse. Zudem sind diese Institutionen meistens nicht durch Agenturen vertreten – und das Einschreibeprozedere verlangt eine gute Portion Geduld – und häufig auch schon gute Sprachkenntnisse. Wir gehen an dieser Stelle nicht näher auf diese Institutionen ein; wir vermitteln auch keine Kurse an Universitäten.
In Italien konzentrieren sich die Schulen auf Florenz, Siena und Rom, in Spanien auf Madrid, Salamanca und die Südküste mit Málaga. Daneben gibt es aber in beiden Ländern in allen Regionen Schulen.
Niveaus und Kursdauer
Da die meisten Schüler nur für kurze Zeit nach Italien/Spanien fahren, wurde das Angebot den Verhältnissen angepasst. Man findet deshalb viele Schulen mit limitierter Kursdauer, zum Beispiel maximal 4 (häufig), 5 (selten) oder 6 Monaten (häufig). Dies sollte vor allem bei längeren Kursen beachtet werden. Im Zusammenhang mit den angebotenen Niveaus sollten Sie Folgendes wissen:
Bitte beachten Sie, dass praktisch alle Schulen in Ihrem Werbematerial und auch grundsätzlich Kurse auf allen Niveaus anbieten und diese anlässlich der Anmeldung auch (meistens) bestätigen. Je nach Schule/Kurssystem werden dabei 4-9 Niveaus angeboten, wobei ein Niveau in der Regel ca. 3-4 Wochen umfasst. In der Hochsaison funktioniert das normalerweise problemlos. In der Nebensaison kann dies allerdings in der Praxis etwas anders aussehen. In dieser Zeit haben viele Schulen häufig nicht genügend Schüler, um alle Niveaus durchführen zu können. Vor allem höhere Niveaus werden deshalb aufgrund zu kleiner Schülerzahlen zeitweise nicht durchgeführt, oder mehrere Niveaus werden zusammengelegt.
Die Schulen behalten sich das Recht vor, Kurse mangels Teilnehmer (kurzfristig) ersatzlos zu streichen. Wer einen längeren Sprachkurs plant (z.B. 5-6 Monate) oder schon gute/sehr gute Kenntnisse hat, sollte sich versichern, dass die Schule die gewünschten Niveaus zum gewünschten Zeitpunkt mit Sicherheit durchführen wird. Ansonsten wird ihm nichts anderes übrigbleiben, als den Kurs abzubrechen oder ein Niveau zu repetieren. Auf Anfrage geben wir Ihnen gerne Auskunft zur Niveau-Situation der einzelnen Schulen.
Da Spanisch und vor allem Italienisch international weniger gefragt sind als Englisch, ist auch das Einzugsgebiet der Schüler vergleichsweise kleiner. So zählen Schweizer und Deutsche zu den wichtigsten Kunden – vor allem in Italien. Folglich werden Sie kaum gute Schulen mit wenig deutschsprachigen Mitschülern finden.
Sowohl italienische als auch spanische Schulen unterliegen grossen saisonalen Schwankunge, das heisst einer ausgesprochen grossen Sommernachfrage und relativ kleinen Schülerzahlen in der Nebensaison, vor allem im Winter. Durch diese Schwankungen kann es im Sommer zu Problemen und Engpässen kommen. Eine sorgfältige Schulauswahl ist für Kurse im Sommer ein Muss – und wer kann, sollte die Schulen besser in der Vor- und Nachsaison besuchen.
Unterkunft
Folgende Unterkunftsformen werden von den Schulen vermittelt:
• Familien (Privatvermieter), Hotels, Pensionen, schuleigene Residenzen, Zimmer in einem Appartement, Studios
Die wichtigsten Unterkünfte und Ihre Besonderheiten stellen wir Ihnen kurz vor.
Zimmer in einem Appartement –
Wohnung mit anderen Studenten
Der grösste Teil der Schüler wohnt in Appartements. Es gibt allerdings einige Regionen, wo Privatunterkunft überwiegt. Es gibt Schulen, die Appartements besitzen oder vermieten, und es gibt andere, die Ihnen nur die Adresse eines Appartements besorgen. In schuleigenen Appartements wohnen Sie normalerweise mit 3-5 Mitschülern zusammen. Küche, Bad und WC sowie ein eventuell vorhandenes Wohnzimmer werden gemeinsam benützt. Appartements, die von den Schulen nur vermittelt werden, haben unter Umständen ein «gemischtes Publikum». Es gibt z.B. junge Italiener/Spanier, die 1 oder 2 Zimmer vermieten oder Studentenappartements, die sowohl von ausländischen Schülern als auch von italienischen/ spanischen Studenten bewohnt werden. Meistens wohnen ausschliesslich ausländische Mitschüler im selben Appartement. Die Küchen- und Bad/WC-Mitbenützung ist hier ebenfalls selbstverständlich. Die Appartements sind normalerweise zentral gelegen. Für Kursteilnehmer mit Auto ist es unter Umständen empfehlenswert, Appartements ausserhalb des Zentrums zu verlangen, da diese zum Teil günstiger und schöner sind – und auch eher Parkmöglichkeiten haben. Normalerweise kann ein Kursteilnehmer zwischen Einzel- und Doppelzimmer wählen.

Familie – Privatvermieter
Die Nachfrage nach «Gastfamilien» seitens der Kursteilnehmer ist grösser als das Angebot. Eigentlich müsste man korrekterweise von Privatvermietern sprechen, da es sich bei den meisten «Familien» um Einzelpersonen handelt, die einen oder mehrere Schüler aufnehmen. Familien im traditionellen Sinn (Eltern und Kinder) sind in beiden Ländern sehr schwer zu finden, da beide Familien – die italienische wie die spanische – von ihrer Struktur, Mentalität und Kultur sowie der Einstellung her keine traditionellen «Bed and Breakfast-Familien» sind. Der Aufenthalt bei Privatvermietern verlangt seitens des Schweizer Kursteilnehmers meistens eine recht grosse Anpassungsbereitschaft – nicht zuletzt wegen des unterschiedlichen Lebensstandards. Die Zimmer sind in der Regel eher einfach eingerichtet und häufig klein. Vereinzelt bestehen Einschränkungen beim Gebrauch von Dusche und Bad [(Warm)-Wasser]. Da die Periode, in der in Italien geheizt werden darf, gesetzlich vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich, in den kühleren Jahreszeiten auch warme Wäsche mitzunehmen. Freunde (männlich/weiblich) können meistens nicht aufs Zimmer mitgenommen werden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Privatvermieter kann das Verhältnis «Gastfamilie-Schüler» nicht generell beschrieben werden. Es reicht von sehr herzlich bis recht distanziert. Aufgrund der grossen Nachfrage nach dieser Unterkunftsform – und des eher kleinen Angebotes – empfehlen wir grundsätzlich eine frühzeitige Buchung, das heisst, 5-6 Monate vor Kursbeginn, besonders für Sommerkurse.

Examen/Diplome
für Italienisch
Nach wie vor gibt es keine italienischen Diplome, die einen internationalen Bekanntheitsgrad haben, wie zum Beispiel die englischen Cambridge-Examen oder die Französisch-Diplome der Alliance Française. Wer ein Italienisch-Examen absolvieren möchte, kann sich auf schuleigene Examen oder diverse Examen mit regionaler Bedeutung und mehr oder weniger grossem Bekanntheitsgrad vorbereiten. In jedem Fall geben die Examen Auskunft über die Sprachkenntnisse des Inhabers – ihr Wert auf dem Arbeitsmarkt hängt vom Bekanntheitsgrad des Examens oder dem Ruf/Bekanntheitsgrad der betreffenden Schule ab.
In Ermangelung international bekannter Examen können wir die italienischen Diplome in unserer Examenbeschreibung leider nicht berücksichtigen.
Wahlfächer-Spezialkurse
Viele Schulen bieten als Bestandteil des normalen Sprachkurses eines oder mehrere Wahlfächer an. Diese reichen von Handelssprache über Kultur zu Kochkursen etc. Im Zusammenhang mit Wahlfächern sollten Sie Folgendes wissen:
• Wahlfächer kommen nur zustande, wenn sich genügend Schüler dafür einschreiben. Von 5 angebotenen Wahlfächern kommen aus praktischen Gründen unter Umständen nur 2 oder 3 zustande. Viele Wahlfächer werden deshalb nur unregelmässig oder selten durchgeführt. Garantie für deren Durchführung gibt es keine.
• Da diese Wahlfächer in den meisten Fällen nur wenige Lektionen pro Woche umfassen, können sie unmöglich in die Tiefe gehen. Sinn des Wahlfaches ist eine abwechslungsreichere Unterrichtsgestaltung und nicht eine professionelle, berufsbezogene Sprachausbildung. Dafür gibt es teilweise Spezialkurse oder Einzelunterricht.
• Um genügend Schüler für ein Thema zu haben, werden teilweise – wo es der Unterrichtsstoff erlaubt – Schüler aus mehreren Niveaus zu einer Klasse zusammengefasst.


